Verhaltener Jubel

Unsere Argumente zur Ertüchtigung der Brandenssteinsebene, seit 2005 vorgetragen, haben nun doch zur Lösung/zum Ziel geführt. Ob der Not gehorchend oder aus Vernunft, das ist nicht wichtig. Es zählt dass unsere Naturlandschaft, der Lebensraum für Mensch und Tier, der Wirtschaftsraum der Landwirte erhalten bleibt.

Potts tausend ! Die Wunschplanung vom Traumneubau für gewerblichen Verkehr geht krachend baden und plötzlich funktioniert all das, was 12 Jahre als Lüge und Verdummung der Bevölkerung gescholten wurde. Ein "interner Erlass" des Bundesverkehrsministeriums (11.05.17) macht's plötzlich möglich. Welch glücklicher Zufall, dass er praktisch zeitgleich mit der (wiederholten) Ablehnung des Geländes durch die Deutsche Flugsicherung (12.04.17) und der vernichtenden Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde (11.05.17) bei den Befürwortern ankommt.  Wie gelungen!

Die Eliten der örtlichen Kommunal-, Landes- und Bundespolitik und der Medien werden sich, wie üblich, schnell an die Wendung anpassen. Die ersten Äußerungen in diese Richtung gibt es bereits. Gut, dass die Akteure durch ihre massiven, wissentlichen Fehlinformationen der Bevölkerung selber dafür gesorgt haben, dass ihre Meinungsäußerungen schriftlich festgehalten und ständig veröffentlicht wurden. In unserem umfassenden Archiv bleiben sie so für für die Nachwelt erhalten.

OB Tessmer hatte im März 2014, vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister, die Chance das Desaster zu verhindern. Wie legten ihm unsere Unterlagen vor und baten ihn um Überprüfung der Sachverhalte durch einen unabhängigen Fachmann. Nichts geschah.

Nun fordert er allen Ernstes die Ausgaben für die eigene Fehlplanung vom möglichen, zukünftigen Zuschussgeber Freistaat Bayern zurück. Auf welcher Rechtsgrundlage? Der Freistaat war nicht der Auftraggeber für Planung und Planfeststellungsverfahren. Was haben die Steuerzahler im restlichen Bayern mit dem Coburger Murcks zu tun?

Die in ihrer Existenz gefährdeten Landwirte, Bund Naturschutz und die Schutzgemeinschaft Weißer Berg Meeder haben zigtausende Euro für Anwaltskosten im Verfahren aufgebracht. Zudem konnten die ländlichen Wirtschaftsbetriebe wegen der Veränderungssperre seit Jahren nicht investieren. Mit Regressansprüchen darf gerechnet werden.

Die Zeit zum Jubeln kommt für uns erst dann, wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen wurde. Entweder muss der Antrag auf Planfeststellung durch die Projektgesellschaft zurück gezogen werden oder das Luftamt Nordbayern muss entscheiden. Das Verfahren ist seit August 2015 entscheidungsreif. Ein ruhendes Verfahren ist nicht zu akzeptieren.

Dagmar Escher
Sprecherin "Bürger für ihre Region gegen den neuen Verkehrslandeplatz"