Appell an Verantwortung

Sehr geehrte Frau Stadträtin,  sehr geehrter Herr Stadtrat der Stadt Coburg

 

wie ich der Berichterstattung in der Presse entnommen habe, wird im Rahmen der Stadtratssitzung vom 28. September 2017 über einen Antrag auf Einstellung des Planfeststellungsverfahrens für den Verkehrslandeplatz Meeder-Neida und Auflösung der Projektgesellschaft zum Bau des Flugplatzes beraten.

Den entsprechenden Berichten war zudem zu entnehmen, dass der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Herr Marcel Huber, erst kürzlich erklärt hat, dass die Brandensteinebene für eine unbefristete Instrumentenflugberechtigung ertüchtigt und somit ohne größeren Aufwand - und vor allem ohne neuerliches Planfeststellungsverfahren - umgebaut werden kann. Der finanzielle Vorteil der weiteren Nutzung der Brandensteinsebene liegt auf der Hand und muss meinerseits nicht weiter erläutert werden.

Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen und darauf hinweisen, dass im Falle der Umsetzung des Verkehrslandeplatzes am Standort Meeder-Neida eine Existenzgefährdung für meinen landwirtschaftlichen Betrieb eintreten würde. Dies wurde bereits durch den im Planfeststellungsverfahren von der Regierung von Mittelfranken - Luftamt Nordbayern - beauftragten Sachverständigen bestätigt.

Ich betreibe zusammen mit meiner Familie einen diversifizierten landwirtschaftlichen Mischbetrieb im Vollerwerb mit angeschlossener Selbstvermarktung auf verschiedenen Grundstücken in Wiesenfeld.

Um meinen Betrieb für die Zukunft zu rüsten und meiner Familie die wirtschaftliche Existenz zu sichern, habe ich im Jahr 2007 in Abstimmung mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg einen Entwicklungsplan für meinen Betrieb erstellt.

Aufgrund der beengten Innenortslage war im Jahr 2008 eine Teilaussiedlung auf das Grundstück mit der Fl.-Nr. 442 der Gemarkung Wiesenfeld notwendig. Im Jahr 2008 wurde auf diesem Grundstück ein Mastschweinestall als Außenklimastall errichtet, der eine Kapazität von 300 Mastplätzen hat. Es handelt sich hierbei um den ersten Bauabschnitt eines Gesamtkonzeptes. Der Standort soll im Rahmen eines landwirtschaftlichen Familienbetriebes weiter ausgebaut werden.

Mit Baugenehmigung des Landratsamtes Coburg vom 16.12.2014 wurde mir der Neubau von zwei Mastschweineställen als Erweiterung des Schweinemastbetriebes genehmigt. Zudem wurde für dieses Bauvorhaben bereits eine Bezuschussung in Höhe von 35 % der zu erwartenden Baukosten bewilligt.

Durch die infolge des Planfeststellungsverfahrens eingetretene Veränderungssperre ist es mir allerdings nicht möglich, von meiner bereits erteilten Baugenehmigung Gebrauch zu machen. Demzufolge kann meinerseits auch nicht die genannte Förderung in Anspruch genommen werden, wobei besonders darauf hinzuweisen ist, dass die Förderung nur bis zum 31. Dezember 2018 abgerufen werden kann, vorausgesetzt die entsprechenden Baumaßnahmen sind bis dahin abgeschlossen.

Durch den derzeitigen Baustopp und die damit verbundene Gefahr, dass meinerseits bereits bewilligte Fördermittel nicht in Anspruch genommen werden können, ist mein gesamtes Betriebskonzept und die Zukunft meines Betriebs gefährdet.

Ich bitte Sie daher im Rahmen der Beratung am 28. September 2017 zu berücksichtigen, dass neben öffentlichen Interessen (wie beispielsweise eine solide Haushaltsführung der Stadt Coburg und die offenkundigen Verstöße gegen den Naturschutz) auch private Belange gegen die Umsetzung des Verkehrslandeplatzes am Standort Meeder-Neida sprechen und appelliere daher an Ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber den landwirtschaftlichen Betrieben der Region.

 

Hochachtungsvoll

 

Thomas Schreiner

Direktvermarktung

Lindenstr. 20

96484 Wiesenfeld