Gottesdienst

am Ulrichstock

zwischen Krumbach und Gossenberg

  1. Oktober 2017 um 10:00 Uhr

Gegen den Verkehrslandeplatz –

für die Bewahrung der Schöpfung


Initiative Gossenberg gegen einen neuen Verkahrslandeplatz

mit den Kirchengemeinden Schottenstein-Watzendorf

Pfarrer Eckhart Kollmer

 

Verhaltener Jubel

Unsere Argumente zur Ertüchtigung der Brandenssteinsebene, seit 2005 vorgetragen, haben nun doch zur Lösung/zum Ziel geführt. Ob der Not gehorchend oder aus Vernunft, das ist nicht wichtig. Es zählt dass unsere Naturlandschaft, der Lebensraum für Mensch und Tier, der Wirtschaftsraum der Landwirte erhalten bleibt.

Potts tausend ! Die Wunschplanung vom Traumneubau für gewerblichen Verkehr geht krachend baden und plötzlich funktioniert all das, was 12 Jahre als Lüge und Verdummung der Bevölkerung gescholten wurde. Ein "interner Erlass" des Bundesverkehrsministeriums (11.05.17) macht's plötzlich möglich. Welch glücklicher Zufall, dass er praktisch zeitgleich mit der (wiederholten) Ablehnung des Geländes durch die Deutsche Flugsicherung (12.04.17) und der vernichtenden Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde (11.05.17) bei den Befürwortern ankommt.  Wie gelungen!

Die Eliten der örtlichen Kommunal-, Landes- und Bundespolitik und der Medien werden sich, wie üblich, schnell an die Wendung anpassen. Die ersten Äußerungen in diese Richtung gibt es bereits. Gut, dass die Akteure durch ihre massiven, wissentlichen Fehlinformationen der Bevölkerung selber dafür gesorgt haben, dass ihre Meinungsäußerungen schriftlich festgehalten und ständig veröffentlicht wurden. In unserem umfassenden Archiv bleiben sie so für für die Nachwelt erhalten.

OB Tessmer hatte im März 2014, vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister, die Chance das Desaster zu verhindern. Wie legten ihm unsere Unterlagen vor und baten ihn um Überprüfung der Sachverhalte durch einen unabhängigen Fachmann. Nichts geschah.

Nun fordert er allen Ernstes die Ausgaben für die eigene Fehlplanung vom möglichen, zukünftigen Zuschussgeber Freistaat Bayern zurück. Auf welcher Rechtsgrundlage? Der Freistaat war nicht der Auftraggeber für Planung und Planfeststellungsverfahren. Was haben die Steuerzahler im restlichen Bayern mit dem Coburger Murcks zu tun?

Die in ihrer Existenz gefährdeten Landwirte, Bund Naturschutz und die Schutzgemeinschaft Weißer Berg Meeder haben zigtausende Euro für Anwaltskosten im Verfahren aufgebracht. Zudem konnten die ländlichen Wirtschaftsbetriebe wegen der Veränderungssperre seit Jahren nicht investieren. Mit Regressansprüchen darf gerechnet werden.

Die Zeit zum Jubeln kommt für uns erst dann, wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen wurde. Entweder muss der Antrag auf Planfeststellung durch die Projektgesellschaft zurück gezogen werden oder das Luftamt Nordbayern muss entscheiden. Das Verfahren ist seit August 2015 entscheidungsreif. Ein ruhendes Verfahren ist nicht zu akzeptieren.

Dagmar Escher
Sprecherin "Bürger für ihre Region gegen den neuen Verkehrslandeplatz"

Und jetzt Gossenberg?

Das Coburger Tageblatt schreibt, dass immer wahrscheinlicher ist, dass ein neuer Verkehrslandeplatz
in Neida nicht durchzusetzen sein wird.

Auch die Alternative Gossenberg ist nicht hinnehmbar.

Dazu die Presseerklärung von Dagmar Escher:

Presseerklärung

Brandsteinsebene - super!

Im aktuellen IHK-Magazin wird über die Reichel Flugschule berichtet.
Dort heißt es beispielsweise auf S. 27:

"Vorteilhaft ist, dass sich Coburg wetter- und tagzeitunabhängig anfliegen lässt.
Um diese Freiheiten zu nutzen, brauchte es Berechtigungen, die nur wenige Flugschulen
anbieten, seit der Verwaltungsaufwand hierfür enorm angewachsen ist. So stellen die
eruopäischen Regelungen hohe Anforderungen an die Trainingseinrichtungen, von
Lehrern, Unterichtsmaterialien bis zu Flugzeugen und Räumlichkeiten."

Die Brandensteinsebene scheint ja hierfür bestens ausgestattet zu sein.
Wenn Sie der ganze Artikel im IHK-Magazin interesssiert:
https://www.coburg.ihk.de/files/uw_7-2017_internet.pdf

Grüner Engel für Volker Weigand

Die Schutzgemeinschaft Weißer Berg gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung.
Wir bedanken uns insbesondere für die gute Zuarbeit bei den Bemühungen
gegen den Verkehrslandeplatz.

Hier Pressetext und Foto aus dem StMUV:

Die Natur kennt keine politischen Grenzen. Deswegen ist es unbedingt notwendig, dass die Staaten beim Naturschutz zusammenarbeiten. Dies erfolgt europaweit unter dem Titel „Natura 2000“, unter dem sich die EU-Mitgliederstaaten zum Ziel gesetzt haben, die biologische Vielfalt in Europa zu schützen und ein zusammenhängendes Netz europäischer Schutzgebiete aufzubauen. In Deutschland sind dafür die Bundesländer zuständig. Dementsprechend war es die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, die nun (1. Juni) in Eching bei München Volker Weigand vom Landesbund für Vogelschutz Coburg mit dem „Grünen Engel“ ausgezeichnet hat. Mit einer Ehrennadel und einer Urkunde würdigt jedes Jahr das bayerische Umweltministerium symbolisch Menschen für ihr vorbildliches Engagement im Umweltbereich.

In diesem Jahr waren es elf Personen, die den „Grünen Engel“ verliehen bekommen haben, darunter einer aus Oberfranken, nämlich Volker Weigand aus Meeder. Der Leiter der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des LBV Coburg, dokumentiere mit seiner Gruppe seit vielen Jahren den Vogelbestand im Coburger Raum, insbesondere im Bereich des Vogelschutzgebietes Glender Wiesen und Goldbergsee, so begründete die Umweltministerin seine Auszeichnung in der Laudatio. „Der amtliche Naturschutz profitiert in erheblichem Maße von seinem ehrenamtlichen Engagement.“ Von den Spezialisten der Arbeitsgruppe seien sage und schreibe 190 Vogelarten in diesem Gebiet festgestellt worden. „Auch bei der Besucherlenkung und der Öffentlichkeitsarbeit setze sich die Arbeitsgruppe sehr für den Naturschutz ein. Seine Gruppe beteilige sich beispielweise an der weltweiten „Birdwatch-Veranstaltung“ und führe Exkursionen zur Vogelbestimmung durch, so die Ministerin in der Laudatio weiter.

Es war sein Großvater, der ihm die Liebe zur Natur nahe brachte, sagte Volker Weigand, der schon mit 13 Jahren in die damalige Naturschutzjugendorganisation „Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung“ (DJN) eingetreten ist. Seit 1988 engagiert er sich beim Landesbund für Vogelschutz und freut sich jetzt über die Auszeichnung sichtlich. „Umweltschutz ist Lebensschutz. Eine intakte Umwelt ist für alle Menschen die Lebensgrundlage, und für die Landwirtschaft die Existenzgrundlage!“

 

 

Sparen am falschen Ende

Dieser Leserbrief wurde an die regionalen Zeitungen versendet:

Lernte ich doch in der Schule, dass der Mensch ein vernunftbegabtes Wesen ist.
Als einzige Spezies sei er in der Lage zur Selbstreflexion, Selbstprüfung,
auch im Sinne des Nein-sagen-Könnens zu den eigenen Lebenserscheinungen
und Antrieben, die dadurch hemmbar und regulierbar werden
(Grundbegriffe der Pädagogik, Erich Weber).

Das Phänomen, wider jede fachliche Expertise, wider jede Vernunft an einem
Projekt festzuhalten, das das Leben von Piloten, Passagieren und Anwohnern
gefährden, einen "Leuchtturm" der Natur zerstören würde, die Bereitschaft für
sinnlose "Gutachten" weitere Steuermillionen zu versenken, wäre sicher ein
Forschungsthema für Soziologen, Psychologen, Erziehungswissenschaftler.

Dieser Tag sagte ein Stadtrat: Wir müssen sparen, Blumen zum 100. Geburtstag
können wir nicht mehr überreichen. Aber für den VLP Bau werden wir immer Geld haben.

Der Stadtrat von Coburg hat es in der Hand zu zeigen, ob er in der Lage ist,
doch nach der oben genannten Maxime zu handeln.

Dagmar Escher
Sprecherin "Bürger für ihre Region gegen den neuen Verkehrslandeplatz"

Sicherheit - damals und heute

Entscheidungsträger haben die persönliche Verantwortung

Jeder Bundesverkehrsminister müsse zurücktreten, sollte sich auf dem seit 1913 existierenden
Flugplatz Brandensteinsebene ein Unfall ereignen, so tönte es zum Jahresanfang 2007 aus den
Reihen der Befürworter. Der Grund: Gravierende Sicherheitsmängel am Platz, die bisher von den
Aufsichtsbehörden geduldet worden wären. Die Sprecherin der Ahorner Bürgerinitiative
"Ulrichstock" fragte damals beim Bundesverkehrsministerium an, ob es Sicherheitsmängel an
der Brandensteinsebene gebe und ob es möglich sei, dass bestehende Sicherheitsmängel
geduldet würden. Die Antwort von Staatsekretär Jörg Hennerkes,
Bundesverkehrsministerium ( Az: LR 11/62.12.20), war eindeutig:
Weder gebe es Sicherheitsmängel auf der Brandensteinsebene,
noch würden Sicherheitsmängel an deutschen Flugplätzen geduldet.

Zehn Jahre später halten die gleichen Kreise an ihrer krassen Fehlplanung fest. Das Hindernis
Höhenzug Callenberger Forst und seine Bäume sind gefährlich für Piloten, Passagiere und
Anwohner. Gelände und Bäume ragen bis zu 70m in die vorgeschriebenen Sicherheitszonen
für An- und Abflüge hinein. Seit mindestens zwei Jahren spricht sich die Deutsche Flugsicherung
immer wieder, wegen der Ungeeignetheit des Geländes, gegen das Vorhaben aus. Um
überhaupt Flugbetrieb mit Ausnahmegenehmigung zu ermöglichen, müsste auf einer Fläche
von 1800 ha großflächig gerodet und Bäume dauerhaft, immer wieder neu, eingekürzt werden.
Schloß Callenberg, herzogliche Gräber, Weidacher Wasserturm stehen im Weg.
An den höchsten Hindernissen Buchleite, Hahnberg würde die Errichtung von Hindernisfeuermasten
mitten im Wald das anlegen von Zufahrtswegen erfordern.
Die vorgeschriebene Platzrunde soll höher gelegt werden, damit wird sie größer,
betrifft mit ihrem Lärm mehr Menschen.

Irrsinnig, jetzt wo es tatsächlich um Sicherheit geht, da will man von den Warnungen der
Behörden auf Befürworterseite nichts hören, betreibt das Verfahren auf Kosten der
Steuerzahler munter weiter.

Es bleibt zu hoffen, dass die Behörden bei ihrer Ablehnung bleiben. Nicht, dass eines Tages
doch ein Bundesverkehrsminister zurücktreten muss, weil er ein ungeeignetes Gelände,
trotz Ablehnung durch Deutsche Flugsicherung und Luftamt, als Flugplatzgelände zugelassen
hat. Jeder Einzelne in der Kette der Entscheidungsträger muß sich jetzt prüfen,
ob er persönlich bereit ist, die menschliche, moralische und rechtliche Verantwortung
für eine Zulassung des Flugplatzneubaus bei Meeder zu tragen.

Dagmar Escher

Sprecherin "Bürger für ihre Region gegen den neuen Verkehrslandeplatz"